Kreuzbandriss – „Schwimmendes Knie“ als Störung der Sensomotorik

Nach Kreuzbandrissen haben die betroffenen Patienten oft das Gefühl, dass ihr Kniegelenk „schwimmt“, obwohl Messungen die Stabilität des Knies bestätigen. Bei anderen wiederum ist es gerade umgekehrt: Sie verfügen über ein instabiles Kniegelenk, kennen aber das Gefühl der Unsicherheit nicht. Warum, fragte sich eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe der Universität Ulm, fühlen sich die Patienten mit stabilem Kniegelenk oftmals so wackelig?

Eine Versuchsreihe an 21 Patienten mit gerissenen, aber nicht operierten Kreuzbändern führte zu dem Ergebnis, dass in diesen Fällen eine Störung der Sensomotorik vorliegt, also der Eigenwahrnehmung. Eine Störung der mechanischen Stabilität ist nicht vorhanden.

80.000 Kreuzbandrisse gibt es pro Jahr im Nachbarstaat Deutschland. Viele treten beim Sport auf– vor allem beim Volkssport Nummer eins, dem Fussball, beim Handball und beim Skifahren. 
Über elektromyographische Messungen des Reflexweges zwischen vorderem Kreuzband und der hinteren Oberschenkelmuskulatur bewiesen die Wissenschaftler, dass im Vergleich zu Gesunden bei der Gruppe mit den verletzten Kreuzbändern das Schienbein weiter nach vorn geschoben werden kann. Ausserdem zeigte sich die Muskelaktivität des hinteren Oberschenkels verlangsamt. Im Gegensatz zu Patienten ohne „schwimmendes“ Gefühl konnten bei Patienten mit „schwimmendem“ Gefühl der gleiche Schienbein-Vorschub festgestellt werden, die Muskelaktivität aber war verlangsamt.

Aus all diesen Ergebnissen schloss die Ulmer Forschergruppe, dass es sich hier eindeutig um eine sensomotorische Störung bei den betroffenen Patienten handelt und nicht um eine Beeinträchtigung der Knie-Stabilität.

Forschungsgruppe der Universität Ulm:
Dr. Mark Melnyk, Dr. Michael Faist, Martin Gother, Professor Dr. Lutz Claes und Dr. Benedikt Friemert

Bewegen kommt vor Operieren

Arthrose entsteht durch Gelenkverschleiss. Bei jeder Belastung nutzt sich der Knorpel nach und nach ab. Der Gelenkspalt verschmälert sich, die Knochen des Unter- und Oberschenkels reiben aufeinander und Entzündungsflüssigkeit sammelt sich an. Eine kanadische Studie zeigt (veröffentlicht im New England Journal of Medicine Bd. 359, S. 1097), dass bei Kniegelenks-Arthrose eine Arthroskopie keine bessere Heilung bringt als eine Therapie mit Schmerzmitteln und Krankengymnastik.

Bei der Studie untersuchten die Sportmediziner 172 Patienten mit Kniegelenks-Arthrose. Einer Gruppe wurde bei einem minialinvasiven Eingriff das Knie gespült und entzündetes Gewebe entfernt. Die Kontrollgruppe machte Krankengymnastik und erhielt Schmerzmittel. Zwei Jahre später untersuchten die Mediziner alle Patienten erneut. Das erstaunliche: es gab keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen hinsichtlich Lebensqualität, Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Dies zeigt, dass die die Bewegungstherapie gleiche Behandlungsergebnisse liefert.  

Mediziner empfehlen moderate Bewegung zur Vorbeugung von Arthrose. Denn diese stärkt die Muskeln und bildet Gelenkschmiere, die den Knorpel nährt. Ist das Gelenk bereits verschlissen, helfen Mobilisation und Muskelaufbau.  Die weich-elastische Struktur des kyBounders zwingt vor allem die Fuss- und Beinmuskulatur zu feiner, permanenter Aktivität, um die Balance und Körperhaltung zu wahren. Daraus resultiert ein einzigartiges Stehkonzept, das gezielt auf die tief liegenden Muskelschichten wirkt. Die intramuskuläre Koordination und die Sensomotorik werden auf einfache aber wirkungsvolle Weise trainiert.