Skoliose

Eine gewisse Skoliosefehlhaltung (Krümmungen bis 10° Cobb) und geringe Skoliosen sind häufig, nur die wenigsten brauchen eine Behandlung. Es gibt bisher jedoch keine Möglichkeit vorherzusagen, welche dieser Krümmungen im Wachstum fortschreiten werden. Daher ist es in jedem Fall nützlich, den Rücken sanft, während des Alltags, zu trainieren.

Die Skoliose zählt zu den Wachstumsdeformitäten. Sie entsteht und verschlechtert sich während der Jugend in Zeiten verstärkten Körperwachstums, wie zum Beispiel in den pubertären Wachstumsschüben.

Besonders im Wachstum ist deshalb bei Skoliose ein aktives Muskeltraining sehr wichtig, um die Wirbelsäule möglichst aufrecht zu stabilisieren. Mit kybun können Sie, neben dem physiotherapeutischen Kräftigungs- und Beweglichkeitstraining, tagtäglich selbständig ein Rückentraining absolvieren, wobei Sie den Rücken schonend bewegen und stärken.

Definition

Unter einer Skoliose versteht man eine Seitabweichung der Wirbelsäule von der Längsachse mit Rotation (Verdrehung) der Wirbel um die Längsachse und Torsion der Wirbelkörper – begleitet von strukturellen Verformungen der Wirbelkörper. Dies kann nicht mehr durch Einsatz der Muskulatur aufgerichtet werden. Die Wirbelsäule bildet dabei in der Regel mehrere, einander gegenläufige Bögen, die sich kompensieren, um das Körpergleichgewicht aufrechtzuerhalten (S-Form). Eine Skoliose kann bei allen Wirbeltieren einschliesslich Fischen vorkommen. Die Skoliose beim Menschen wurde erstmals schon in der Antike vom griechischen Arzt Hippokrates beschrieben und behandelt.
Der Cobb-Winkel dient als Mass für die Beurteilung er Skoliose.

Einteilungen

1.      Nach Lenke werden die Hauptkrümmungen (die grössten Krümmungen mit struktureller Fixierung; auch Primärkrümmungen genannt) nach der Höhe ihres Scheitels (der Krümmungsmitte) benannt:

  • Hochthorakal: Krümmungsscheitel zwischen den Wirbeln  Th2 und Th6
  • Thorakal: Krümmungsscheitel zwischen Th6 und der Bandscheiben Th11/12
  • Thorakolumbal: Krümmungsscheitel zwischen Th12 und L1
  • Lumbal: Krümmungsscheitel zwischen der Bandscheibe L1/2 und L4

2.      Nach dem Krümmungsmuster unterscheidet man folgende Skoliosen:

  • C-förmige Skoliosen: Lenke Typ I und V
  • S-förmige Skoliosen: Lenke Typ II und III
  • Doppel-S Skoliosen (Triple-Skoliosen): Lenke Typ IV und VI    

Ursachen

Idiopathische Skoliose

In etwa 90 % aller Fälle ist die Ursache der Skoliose nicht bekannt. Es werden aufgrund des Entstehungsalters drei Formen dieser idiopathischen Skoliose unterschieden:

  1. Infantile idiopathische Skoliose (IIS): Entstehung bis zum 3. Lebensjahr
  2. Juvenile idiopathische Skoliose (JIS): Entstehung zwischen 4. und 10. Lebensjahr
  3. Idiopathische Adoleszentenskoliose (AIS): Entstehung ab dem 11. Lebensjahr

Die idiopathische Skoliose hat nichts mit der sogenannten „Säuglingsskoliose“, einer meist nur kurzfristig bestehenden Haltungsabweichung im 1. Lebensjahr, zu tun.

Symptomatische Skoliose (sekundäre Skoliose)

Die verbleibenden 10 % der Skoliosen verteilen sich auf folgende Ursachen:

  • Fehlbildungsskoliose durch angeborene Wirbelfehlbildungen, Klippel-Feil-Syndrom, Spina bifida u.a.
  • Neuropathische Skoliose durch Nerven- und Muskelerkrankungen, wie beispielsweise Zerebralparesen, spinale Muskelatrophien oder auch Poliomyelitis.
  • Myopathische Skoliose durch Muskeldystrophien oder Arthrogrypose.
  • Skoliose durch Systemerkrankungen wie Neurofibromatose Skelettdysplasien, Osteogenesis imperfecta.
  • Iatrogene Skoliose, also Skoliose aufgrund ärztlicher Behandlungsmassnahmen (beispielsweise Bestrahlung oder nach Operationen durch Narbenbildung)
  • Posttraumatische Skoliose nach Gewalteinwirkung, Amputationen oder Tumoroperationen im Bereich der Wirbelsäule.
  • Statische Skoliose durch Beinlängendifferenzen

Langzeitfolgen

Das Fortschreiten (die Progression) der Krümmung verhält sich direkt proportional zum Wirbelsäulenwachstum. Dementsprechend schreiten Krümmungen während der ersten 5 Lebensjahre sowie während der pubertären Wachstumsschübe (zwischen 11 und 15 Jahren) schnell fort. Die zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr aufgetretenen juvenilen Skoliosen können dagegen bis zum Eintritt der Pubertät lange Zeit stabil bleiben.

Während des pubertären Wachstumsschubes kommt es sehr häufig zur unerwarteten und schnellen Progression. Innerhalb weniger Monate erreichen Skoliosen dann nicht selten ein Ausmass, welches eine Operation erforderlich macht. Vielen Eltern und Therapeuten unterläuft an dieser Stelle bei Skoliosen, die vor der Pubertät aufgetreten sind und sich über längere Zeit kaum verschlechtert haben, eine Fehleinschätzung, so dass diese Skoliosen zum Eintritt der Pubertät nicht mehr ärztlich überwacht oder für die zu erwartende Progredienz therapeutisch unzureichend versorgt sind.

Bei schwerstgradigen Skoliosen drohen erhebliche Einschränkungen der Vitalkapazität und damit eine Überlastung des Herz-Lungen-Kreislaufes sowie ein Cor pulmonale mit Einschränkungen der Lebensqualität und der Lebenserwartung. Einschränkungen dieser Art beginnen erst ab Krümmungswinkeln größer 80-90° Cobb.

Insbesondere die Entwicklung eines Rippenbuckels und Lendenwulstes stellen oft ein kosmetisches Problem dar. Rückenschmerzen treten im Wesentlichen bei Patienten mit lumbalen und thorakolumbalen Skoliosen sowie dekompensierten Skoliosen auf. Bei Patienten mit thorakalen Skoliosen besteht meist keine oder eine geringgradig ausgeprägte Schmerzsymptomatik. Mit dem Auftreten von Lähmungen ist bei Idiopathischen Skoliosen nicht zu rechnen, diese treten in der Regel nur bei kongenitalen oder anderen sekundären Skoliosen auf.

Konventionelle Therapie

Da sich die Mehrzahl der unbehandelten Skoliosen verschlechtert, kommt der Früherkennung eine herausragende Bedeutung zu.
Der Skoliosebeginn ist schleichend und verursacht nur selten Schmerzen, wegen derer Betroffene einen Arzt aufsuchen würden. Aus diesem Grund ist für die Skoliosefrüherkennung eine jährlich durchgeführte schulärztliche Vorsorgeuntersuchung im typischen Entstehungsalter der idiopathischen Adoleszentenskoliose zwischen 11 und 13 Jahren bei Mädchen und 12 und 14 Jahren bei Jungen notwendig.

Je nach Schwere der Skoliose kommen hierfür Physiotherapie (Krankengymnastik), Korsettbehandlung und versteifende Wirbelsäulenoperationen zum Einsatz. Die verschiedenen Behandlungsmethoden greifen dabei regelhaft ineinander über. 90 % aller Skoliosen können konservativ (mit Physiotherapie und gegebenenfalls Korsetten) behandelt werden und bedürfen keiner Operation.

Skoliotische Fehlhaltungen bis zu 10° Cobb sind nicht behandlungsbedürftig. Beginnende Skoliosen ab 10–20° Cobb werden, um ein weiteres Fortschreiten zu verhindern, mit Physiotherapie (Krankengymnastik) behandelt.
Die Zielsetzung der physiotherapeutischen Übungen in der Skoliosebehandlung ist die aktive Aufrichtung der Wirbelsäule mit anschliessender muskulärer Stabilisation.

Progrediente Skoliosen im Wachstumsalter von über 20° Cobb sollten zusätzlich zu skoliosespezifischer Physiotherapie mit einem Korsett versorgt werden, welches der Wachstumslenkung dient. Ziel der Behandlung ist eine weitere Verschlechterung bis zum Wachstumsende aufzuhalten, bestehende Krümmungen zu korrigieren und die erreichten Korrekturen zu erhalten.

Bei günstigen Voraussetzungen (qualitativ hochwertigen Korsetten mit hoher Primärkorrektur und hoher Therapietreue in den Korsetttragezeiten) kann mit einer konservativen Therapie (d. h. Korsett in Verbindung mit Physiotherapie) im jugendlichen Alter die Wirbelsäule noch bis nahezu ganz begradigt werden, oder bei stärkeren Verkrümmungen eine drohende Operation noch abgewendet werden.

Eine Operation ist erst dann indiziert, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und keinen ausreichenden Therapieerfolg gebracht haben bzw. versprechen. Im Wachstumsalter ist der Beginn der Operationsindikation abhängig von der Verschlechterungstendenz sowie der Effektivität einer alternativen Korsettversorgung und beginnt ohne alternative Therapie nicht unter 40° Cobb. Erst ab einer Krümmungsstärke von über 80–90° Cobb ist mit einer höheren Invalidität und Mortalität zu rechnen. Aufgrund dieser Einschränkungen wird bei Krümmungen ab dieser Stärke dann auch nach Wachstumsabschluss in der Regel ein operatives Vorgehen erforderlich. Die Korrekturerfolge der operativen Therapie nehmen bei Cobb-Winkeln über 60° mit gleichzeitig steigendem Operationsrisiko rasch ab. Neuro- oder myopathische Skoliosen werden sehr viel früher (ab 20° Cobb-Winkel) operativ angegangen, da aufgrund der fehlenden muskulären Stabilisierungsmöglichkeit kein konservativer Behandlungserfolg zu erwarten ist.

kybun Wirkungsprinzip – Proaktiv handeln

  • Bei Skoliose ist besonders wichtig, dass Verspannungen in der tiefen sowie oberflächlichen Rückenmuskulatur gelöst werden, weil diese den Druck auf die Wirbelsäule ständig erhöhen und sie seitlich noch mehr "stauchen".
    Der kyBoot kann Verspannungen, durch das Gehen auf der weich-elastischen Sohle, lösen. Man spürt diesen Effekt schon nach wenigen Minuten gehen im kyBoot. Langfristig wird sich die Muskulatur, durch das aktive Gehen im kyBoot, viel weniger stark verspannen, besonders die oberflächliche, zu Vespannungen neigende Muskulatur.
  • Durch das natürliche Abrollen der Füsse auf der weich-elastischen kyBoot-Sohle wird der Körper automatisch aufgerichtet, das heisst, die Wirbelsäule wird vermehrt gestreckt und dadurch entlastet.
  • Wenn die Rückenmuskulatur entspannter ist und die Wirbelsäule aufrechter, ist dies eine gute Ausgangslage um die stabilisierende Rücken-Muskulatur effektiv zu trainieren (mit kybun sowie der Physiotherapie), was wiederum der Skoliose entgegenwirkt. Symptome wie Schmerzen nehmen ab und die Skoliose kann so selbständig, täglich therapiert werden, ohne zeitlichen Zusatzaufwand. 

Langfristige, positive Effekte auf den Rücken und den ganzen Körper:

Muskelkräftigung und -dehnung im kyBoot  
Der kyBoot hat eine weich-elastische Sohle, die die Bewegung des Fusses nicht limitiert, sondern die Freiheit gibt, sich ungehindert in alle Richtungen zu bewegen. Das weich-elastische Stehen und die damit verbundene Instabilität im kyBoot trainiert die Muskulatur und richtet den Körper auf. Eine einseitige Schonhaltung wird verhindert. Beide Körperhälften werden gleichmässig belastet, was Verspannungen entgegenwirkt. Beim Gehen kann sich der Fuss so frei bewegen wie von Natur aus gedacht. Durch Wegfallen vom Schuhabsatz sinkt der Fuss auch auf hartem, flachen Boden tief in die Sohle ein, wodurch die Muskulatur gedehnt und entspannt wird. 

Aufrechte Haltung auf dem kyBounder
Besonders langes Sitzen, insbesondere in schlechter Haltung, beansprucht Muskeln und Wirbelsäule einseitig. Mit der Zeit werden unterforderte Muskeln schwächer und verkürzen sich. Einseitig überforderte Muskeln hingegen reagieren mit Verspannungen. Nacken-, Hüft-, und Rückenschmerzen sind die Folge und führen zu weiteren Fehlhaltungen.

Auf dem weich-elastischen Federboden kyBounder werden die Muskeln entspannt, gedehnt und trainiert sowie der Körper in eine natürliche aufrechte Haltung gebracht. Verspannungen und Dysbalancen lösen sich. Die Stand- und Haltungsmuskeln werden gezielt aufgebaut. Durch den Wechsel von Muskelanspannung- und entspannung können Rückenschmerzen gelindert werden.

Erstreaktionen

Spezifische Erstreaktionen bei Skoliose

Im kyBoot gehend oder auf dem kyBounder stehend nimmt ihr Körper eine neue Körperhaltung ein. Sie stehen aufrechter als bisher in den "normalen" Schuhen mit der steiferen Sohle. Dies ist eine neue Herausforderung für Ihren Rücken, er muss sich erst an die anderer Druckverteilung gewöhnen. Es ist daher normal, wenn Sie, im kyBoot gehend oder auf dem kyBounder stehend, schneller ermüden als dies auf hartem Untergrund (in "normalen" Schuhen) der Fall war.
Wenn Sie neue, noch nicht bekannte Rückenschmerzen im kyBoot bekommen, ist das ein Zeichen, dass Ihr Körper im kyBoot noch stark gefordert ist. Wir raten Ihnen in diesem Fall zu den kybun Übungen und wenn dies nicht genügend hilft, zu einer kurzen kybun Pause, damit sich der Rücken erholen kann.
Wenn Ihre Rückenmuskulatur genügend stark und der Rücken entspannter ist, werden die Erstraktionen verschwinden und Sie können immer länger im kyBoot gehen.

 

Für allgemeine Erstreaktionen bei kyBounder und kyBoot Neueinsteigern, klicken Sie hier: Erstreaktionen 

kybun-Übungen

Für Informationen zu den kyBoot Spezialübungen und den kyBounder Grundübungen klicken Sie bitte hier: kybun Übungen

Folgende Anpassungen der Standarddurchführung des Intervall Walkings sind bei Skoliose wichtig:  

  1. Fokus auf langsame Übungen 
    - Training der tiefenstabilisierenden Muskulatur
  2. Blickrichtung immer geradeaus (bessere Haltung)
  3. Bei langsamer Übung: sich vorstellen, dass ein Faden am Kopf ist und dieser nach oben zieht
    - Oberkörperaufrichtung
  4. Bei schneller Übung: Hände vor dem Bauch verschliessen
    - stärkere Rotationen in Hüfte, Rücken und Schulter

Anwendungstipps

  • Bitte tragen Sie den kyBoot an einer Verkaufsstelle mind. 5-10 Minuten um dem Körper etwas Zeit zu geben. So spüren Sie, wie Ihr Körper im kyBoot reagiert und Sie können sich vor Ort beraten lassen um den passenden Schuh zu finden.
  • Es ist zu beachten, im kyBoot zu Gehen und nicht lange zu Stehen.
  • Wir raten Ihnen die kybun Übungen regelmässig zwischendurch anzuwenden. Diese lockern Ihre Muskulatur und Sie fallen weniger schnell in eine passive Position die den Rücken belastet.
  • Wählen Sie ein kyBoot-Modell mit der etwas breiteren Sohle der 2. Generation. Diese verleiht ihnen im Mittelfuss mehr Stabilität; lassen Sie sich die verschiedenen Modelle vom kybun-Händler Ihrer Wahl zeigen.
  • Wenn Sie trotz kybun Übungen stark ermüden, Schmerzen haben oder seitlich auf der kyBoot-Sohle abkippen raten wir Ihnen, eine kurze kyBoot/ kyBounder-Pause einzulegen, bis die Symptome verschwunden sind.
  • Achten Sie sich auf eine aufrechte Körperhaltung, machen Sie nicht zu lange Schritte und schauen Sie in die Weite (nicht auf den Boden). Sie sollten gerade auf der kyBoot-Sohle gehen, das heisst, ein eventuell seitliches Abkippen korrigieren!
  • Wenn Sie, trotz den "Anwendungstipps", anhaltende Rückenschmerzen haben, bitten wir Sie, Kontakt mit Ihrem kybun-Händler aufzunehmen, um sich vor Ort beraten zu lassen.

Meinungen/Kundenaussagen

Ich leide seit meiner Kindheit unter einer Skoliose, wahrscheinlich deshalb, weil eines meiner Beine 1 cm kürzer ist als das andere. Ich habe auch heute noch Schmerzen (sie begannen im Rücken und unterhalb des rechten Schulterblatts und breiteten sich langsam auf die Hüfte aus). Ich hatte noch nie zuvor von der Schweizer Schuhmarke kybun gehört. Dann traf ich zufällig auf einen Mann, der für das Unternehmen kybun arbeitete. Ich beschäftigte mich mit der Technologie der Schuhe und begann, die kyBoot-Schuhe regelmäßig zu tragen. Nach einem Jahr und zwei Monaten mit kyBoot kann ich zu 100 Prozent bestätigen, dass die Biomechanotherapie funktioniert. Keine Schmerzen mehr unterhalb des Schulterblatts! Ich habe keine Schmerzen mehr in der Hüfte, und meine Beinstabilität hat sich verbessert. Ich danke Gott, dass er auf meine Gesundheit achtgegeben hat und mir neue Freunde beschert hat.

Erfahrungen/Weitere Fragen zu Skoliose

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